
Intelligente Heizung – wirklich intelligent Seien wir ehrlich: Die meisten Textilheizungen von heute sind ziemlich einfach konstruiert. Im Grunde handelt es sich dabei um Drähte, die heiß werden. Sie funktionieren weiter, bis ein Draht reißt oder der Controller den Dienst einstellt – dann bleibt nur noch ein kaltes Kleidungsstück übrig. Das ist eine Art „Hoffnung auf das Beste“-Design. Wir möchten etwas Besseres. Etwas, das tatsächlich weiß, wie es funktioniert. Das Geheimnis liegt in der Rückkopplung. Um ein System zu schaffen, das sich selbst diagnostizieren kann, reicht es nicht aus, einfach nur Wärme zuzuführen. Wir müssen auch „Sensoren“ hinzufügen, die Temperaturänderungen erkennen können. Dazu verwenden wir leitfähige Polymere oder den Heizfaden selbst. Man kann es sich wie ein Nervensystem für das Gewebe vorstellen: Wenn es plötzlich zu einem Anstieg des Widerstands oder zu einer ungewöhnlichen Kältestelle kommt, erkennt das System das sofort. Man steckt also nicht einfach nur einen Schaltkreis ein – man überwacht vielmehr den Zustand des Materials während des Tragens. Aber es gibt einen Haken. Man kann dieses System nicht einfach mit einer billigen Batterie verbinden und damit fertig sein. Es braucht einen Mikrocontroller, der alle paar Millisekunden den Widerstand überprüft. Das bedeutet mehr Hardware – und somit auch eine größere Steuereinheit. Außerdem gibt es noch das Problem der Stabilität des Gewebes. Wenn man zu viele Sensoren verwendet, wird das Gewebe steif. Niemand möchte eine beheizte Jacke, die sich anfühlt wie eine Kartonverpackung – besonders dann nicht, wenn man während des Trainings in Bewegung ist. Um das zu vermeiden, verwenden wir silberbeschichtetes Nylongarn. Dieses Garn erfüllt zwei Funktionen gleichzeitig: Es leitet Strom und Daten – ohne die Form des Kleidungsstücks zu beeinträchtigen. Warum ist das eigentlich wichtig? Wenn es um einen gemütlichen Westen geht, ist das eine nette Ergänzung. Doch in Autositzen oder Flugzeugkabinen ist das eine echte Hilfe. Anstatt dass das ganze System versagt, erkennt die Technologie einen Teildefekt und reduziert den Stromfluss an dieser Stelle. So bleiben die Funktionen weiterhin funktionstüchtig – und das System meldet dem Benutzer rechtzeitig, dass etwas repariert werden muss. So wird der gesamte Prozess umgekehrt: Man muss nicht mehr darauf warten, bis etwas kaputtgeht – man kann die Probleme bereits im Vorfeld beheben.